In dem Text „Nur für Weiße“ von Ursula Wölfel geht es um einen Jungen, der am Bahnhof seine Eltern verliert. Er suchte sie, doch als er sie nicht finden kann, setzte er sich auf eine Bank. Da kommt ein Mann und sagt, dass diese Bank nur für Weiße sei. Der Junge erzählt dem Mann, dass er seine Eltern verloren habe und er geht mit dem Jungen ans Ende des Bahnsteiges und kauft ihm bei einer Frau eine Flasche Limonade. Da kommt ein kleines, weißes Mädchen und er gibt ihr die Limonade. Die Mutter des kleinen Mädchens schimpft ihn und schreit ihn an, ob er bereits aus der Flasche getrunken habe.
Der Text ist eine Kurzgeschichte und spielt auf einen Bahnhof in Südafrika. Es ist ein moderner Text der im 20. Jhd. geschrieben wurde. Es gibt einen direkten Einstieg in die Geschichte und die Handlung bezieht sich auf eine kurze Zeitspanne (ca. 30-60 min). Die Hauptfigur ist der schwarze Junge und die Nebenfiguren sind seine Eltern, der Mann mit dem Karren und das kleine, weiße Mädchen. Die Personen und Personengruppen haben keinen Namen in der Geschichte. Es gibt einen auktorialen Erzähler, gibt aber auch eine erlebte Rede, der aber keine Gedanken wieder gibt. Die Kurzgeschichte wird chronologisch erzählt. Der Schluss ist offen, weil man nicht weiß, wie es weitergeht, aber auch einen Abschluss nämlich das Wiederfinden der Eltern. Am Beginn der Geschichte stehen kurze, einfache Sätze, mit denen die Situation beschrieben wird. Die Familie hat vor in dieser Stadt zu bleiben, da sie alle Sachen mitgenommen haben.
Es gibt einen Vergleich in Zeile 14 (Häuser so hoch wie Bäume) und es gibt Wortwiederholungen. Die Treppe, die unter die Erde führte (Zeile 17) schien für ihn etwas ganz Neues zu sein. Schwarze Menschen werden wie Tiere behandelt.
Der Junge ist auf dem Bahnhof nicht erwünscht und darf keinen Kontakt mit weißen Menschen haben. Es gibt Bewachungsorgane, die kontrollieren, ob sich ein Schwarzer in einem Raum „nur für Weiße“ aufhält. Kinder haben noch keine Erfahrungen mit schwarzen bzw. weißen Menschen, ihnen ist es egal, ob sie schwarz oder weiß sind. Die einzigen Unterschiede sind, dass sie verschiedene Sprachen sprechen. Der Junge empfindet den großen Bahnhof als fremd und bedrohlich, die Menschen dort sind aber hilfsbereit. Er gibt dem kleinen, weißen Mädchen etwas zu trinken und begreift, dass die Limonade eigentlich auch nur für Weiße ist, es fällt ihm aber schwer zu unterscheiden, was für wen ist. Die Mutter des Mädchens glaubt, dass der Junge Krankheiten hat und er „schmutzig“ ist. Der Junge weiß nicht, dass die weißen Menschen überall auf dem ganzen Körper weiß sind.